Wer kennt nicht die Namen der griechischen und trojanischen Helden: Paris, Achilles, Hektor und Odysseus, Priamos und Agamemnon. Vielleicht auch ein paar weibliche Namen: Helena natürlich, vielleicht noch Penthesilea und Kassandra. Natalie Haynes gibt nun den Frauen der großen Erzählung der Antike ein Gesicht und ein eigenes Schicksal. Das liest sich nicht so vertraut wie die bekannten Geschichten von Schlachten und Heldentum. Hier geht es um Verlust und Gewalt, um Opfer sein und Sterben. Haynes gibt den Frauen eine Stimme, unaufgeregt, fast fatalistisch.
Man kann diesen Roman als eine interessante Abwandlung der bekannten Mythologie lesen. Oder man lässt sich berühren von Frauen, deren Geschichten auch in heutigen Kriegen wieder und wieder passieren.