Spannung

Viveca Sten; Flucht in die Schären – ein Fall für Thomas Andreasson

Mo 20. Jan 2020
Walburga Rembold

Mina ist auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Ehemann, der sie fast totgeprügelt hätte. Bevor sie Vertrauen zur Staatsanwältin fasst, die ihr helfen will, und gegen ihren Mann aussagt, muss aber noch Einiges passieren und eine Reihe von Menschen unter der überkochenden Wut des Mannes leiden.

Sten erzählt in diesem Buch gleich 3 Geschichten, die sie am Ende zusammenfügt. Minas Angst um ihren kleinen Sohn und um ihre Eltern, die dem gewalttätigen Ehemann schutzlos ausgeliefert sind; die Ermittlungen der Staatsanwältin und Thomas Andreasson; die Kindheit des Ehemanns Andreis in Bosnien und die Flucht seiner Familie. Eine spannende Kombination, die Spekulationen und Mitfiebern zulässt und den Leser gelegentlich fassungslos macht.

Und immer wieder stellt man sich beim Lesen die Frage: „Wie realistisch ist diese Geschichte vielleicht doch?“ Wo es doch bekanntlich genug Menschen gibt, die aus Angst vor ihrem Partner dessen Gewalttaten nicht zur Anzeige bringen.

Die Hannoversche Allgemeine wird im Klappentext zitiert: „Viveca Sten macht süchtig und Lust auf mehr.“ Diese Aussage kann ich nur unterstützen. Wer gerne spannende Kriminalromane liest, die so gutgeschrieben sind, dass man die Welt um sich herum vergisst, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

 

Eva-Maria Thönes